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Nach fremdenfeindlichem Übergriff in Wiesloch: Zwei Tatverdächtige auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg Ermittlungsrichterin vorgeführt

Datum: 18.09.2018

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Polizeipräsidiums Mannheim

 

Nach fremdenfeindlichem Übergriff in Wiesloch: Zwei Tatverdächtige auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg Ermittlungsrichterin vorgeführt

 

Wiesloch, Rhein-Neckar-Kreis:

 

Wie mit polizeilicher Meldung berichtet, kam es am Abend des 8. September zu einem Polizeieinsatz wegen einer Schlägerei in der Wieslocher Innenstadt. Beim derzeitigen Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen politisch motivierten Angriff auf eine Gruppe vorwiegend türkischer Gäste eines Wieslocher Eiscafés handelte.

 

Sechs Männer im Alter zwischen 23 und 36 Jahren aus dem südlichen Rhein-Neckar-Kreis und dem Landkreis Karlsruhe sollen im Rahmen eines Junggesellenabschieds zunächst fremdenfeindliche Parolen skandiert und politisch motivierte Schmähgesänge von sich gegeben haben. Danach hätten sie die vor einem Eiscafé sitzenden Familien, unter anderem unter Zuhilfenahme des Mobiliars der Außenbestuhlung, angegriffen. Hierbei wurden insgesamt fünf Personen leicht bis mittelschwer verletzt.

 

Mehrere Funkstreifen des örtlichen Polizeireviers sowie benachbarter Dienststellen konnten die zum Teil massiv alkoholisierten Männer in unmittelbarer Tatortnähe feststellen und vorläufig festnehmen. Die weitere Ermittlungsarbeit oblag sodann der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, die bereits in der vergangenen Woche eine Ermittlungsgruppe einrichtete. Insgesamt 20 Kriminalbeamte versehen seither ihren Dienst in der EG "Marktbrunnen". Die Kriminalisten aus mehreren Dezernaten ermitteln mit Hochdruck an der Rekonstruktion des Tatgeschehens.

 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg konnte auf der Grundlage der bislang geführten umfangreichen Ermittlungen Durchsuchungsbeschlüsse gegen alle Beschuldigte erwirkt werden. Diese wurden noch am Montagabend vollzogen. Gegen die beiden mutmaßlichen Rädelsführer im Alter von 23 und 36 Jahren beantragte die Staatsanwaltschaft Heidelberg zudem Haftbefehle.

 

Nach der vorläufigen Festnahme am Montagabend wurden die Verdächtigen am Dienstagvormittag der Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Heidelberg vorgeführt. Gegen beide wurden Haftbefehle erlassen, die jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurden.

 

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg dauern an.

 

Gegen die Beschuldigten wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, der Sachbeschädigung, des Landfriedensbruchs, der Volksverhetzung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

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